Geschichtspreis 2010
Ehrungen gehen nach Freiberg, Halsbrücke und Oberschöna


Dr. Dieter Löwe beschäftigt sich vor allem mit wirtschaftsgeschichtlichen und bergbauhistorischen Themen. Auf dem Gebiet der Wirtschaftsgeschichte Freibergs leistet er Grundlagenforschung. An der Erstellung der Denkmaltopografie der Stadt Freiberg und der Erforschung der Geschichte des Freiberger Brauwesens war er aktiv beteiligt. Hervorzuheben ist ebenso sein Engagement bei der Vermittlung geschichtlichen Wissens an Jugendliche.
Christine Zimmermann hat über viele Jahre hinweg die Geschichte von Niederschöna und den angrenzenden Orten erforscht. Dabei entstanden Publikationen zu Hetzdorf, Conradsdorf und Hilbersdorf, Geschichten zwischen Tharandter Wald und Bobritzschtal sowie ein Heft zu den Aufzeichnungen des Falkenauer Bauern Carl Gotthelf Ludewig am Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert. Zudem schreibt sie Beiträge für das kommunale Amtsblatt von Halsbrücke und ist bei der Vorbereitung von Dorfjubiläen aktiv.
Das Autorenpaar Petra und Dr. Klaus Irmer erstellte über Jahre hinweg eine Schriftenreihe zur Geschichte und zu Begebenheiten rund um Oberschöna. Elf Bände sind seit 2001 erschienen - beginnend mit einer Häuserchronik zur Dorfstraße von Oberschöna über eine Schulchronik bis hin zu Erinnerungen des Dorfschullehrers August Lobegott Opitz im 19. Jahrhundert. Viele Fotos, Zeichnungen und Kartenmaterial machen die Geschichte und die Geschichten anschaulich. Die Schriften waren für die jeweiligen Orte Erstpublikationen.
Zur Preisverleihung wurden in diesem Jahr Festvorträge zur Geldgeschichte im Freiberger Raum geboten. Die drei Referenten beleuchteten die Entwicklung des Finanzwesens in den vergangenen Jahrhunderten. Helmut Herholz stellte Neuigkeiten zu den "Goldprägungen" in Freiberg Mitte des 16. Jahrhunderts vor. Jan Krutak referierte zum Freiberger Notgeld in seinem historischen Kontext. Prof. Dr. Markus A. Denzel sprach über Sachsen im System des internationalen bargeldlosen Zahlungsverkehrs vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Musikalisch wurde die Veranstaltung durch das Querflötenensemble der Mittelsächsischen Kultur gGmbH begleitet.
Gemeinsam mit dem Freiberger Altertumsverein bemüht sich die Stiftung, verdienstvolle historische Arbeiten bekannt zu machen, anzuerkennen und damit weiteres Engagement anzuregen. Personen und Institutionen können Preisträger vorschlagen, die in den Bereichen historische Forschung und Dokumentation, Vermittlung und Präsentation der Regionalgeschichte sowie Pflege und Erhalt von Industrie und Baudenkmalen tätig sind. Der Preis ist mit jeweils 500 Euro dotiert. Der Geschichtspreis wurde bisher an 21 Chronisten und zwei Autorengemeinschaften für wissenschaftliche Publikationen verliehen. Die Anerkennung "Historiker von morgen" für bemerkenswerte Schul- oder Studienprojekte ging bereits fünf Mal an Arbeitsgruppen von Kindern und Jugendlichen. Für den zehnten Andreas-Möller-Geschichtspreis wird es im Frühjahr 2011 eine neue Ausschreibung geben. Dann können auch Chronisten aus dem Mittweidaer Raum geehrt werden.

